Grußwort an den Präsidenten Bulgariens, Herr Georgi Parvanov

Sehr geehrter Herr Präsident, Lieber Herr Parvanov,

Gospodin Prezident, toplo vi privetstvam v Evropeiskiya parlament! (Vom ganzen Herzen heiße ich Sie, Herr Präsident, im Europäischen Parlament willkommen!).

Es ist mir eine Ehre, Präsident Parvanov, Sie hier im Europäischen Parlament willkommen heißen zu dürfen. Sie sind zwar nicht zum ersten Mal in unserem Haus zu Gast, aber zum ersten Mal darf ich Sie heute als Präsident eines neuen Mitgliedslandes unserer Europäischen Familie unter uns begrüßen.

Im Namen der Bürger Europas, die dieses Haus vertritt, möchte ich noch einmal meine Freude über den Beitritt Ihres Landes zur Europäischen Union zum Ausdruck bringen.

Ich möchte auch erneut auf die historische Bedeutung der am 1. Januar dieses Jahres durchgeführten Erweiterung der Europäischen Union hinweisen: Mehr als 60 Jahre hat es gedauert, um
Ihr Land an das freie Europa wieder heran zu führen und unseren Kontinent wieder zu vereinen.

Bulgarien, Herr Präsident, ist uraltes Kulturland, gelegen an einem Kreuzungspunkt zwischen Ost und West. Man sagt, hier sei 681 der älteste Staat Europas von Zar Asparuch gegründet worden. Bulgarien ist das Land von Orpheus und Eurydike, die Heimat der Thraker und des Dionysos.

Und dennoch, welche Sehnsucht nach Europa spricht aus den Worten des Literatur-nobelpreisträgers Elias Canetti, der im bulgarischen Rustschuk zur Welt kam, wenn er über seinen Geburtsort sagt: „Die übrige Welt hieß dort Europa, und wenn jemand die Donau hinauf nach Wien fuhr, sagte man, er fährt nach Europa. Ja, Europa begann dort.“

Diese Sehnsucht nach Europa verknüpft sich in den Herzen der Bulgaren mit dem eingeprägten Gefühl, seit je im Herzen Europas gewesen zu sein. Canetti wollte „mit der Geschichte seiner Kindheit die Wiedervereinigung Europas bewirken“.

Der Beitritt Ihres Landes symbolisiert erneut, das was Europa im Grunde ist: Das tagtägliche erfahrbare Erlebnis eine gemeinsame Seele zu besitzen. Jene europäische Seele, die über die Grenzen hinweg den Sinn der europäischen Einigung ausmacht.

Ihr Land, Herr Präsident, bringt ein reiches kulturelles und geistiges Erbe mit und wird zur gegenseitigen Bereicherung der Europäischen Union und Bulgariens beitragen.

Ihrem Land und vor allem den Menschen Bulgariens ist für die ihre Anstrengungen und für ihre Reformbereitschaft der letzten Jahre ganz besonders zu danken. Große Fortschritte wurden erzielt. Viele Reformen wurden in relativ kurzer Zeit umgesetzt. Diese Erfolge sollen an dieser Stelle gebührend gewürdigt werden. Ich hoffe und bin überzeugt, dass Sie die noch ausstehenden Reformen mit derselben Entschlossenheit durchführen werden.

Sehr geehrter Herr Präsident,

Das Europäische Parlament ist stolz und froh, 18 neue bulgarische Mitglieder in unserem Haus zu haben. Ich freue mich, auch die neue bulgarische Kommissarin begrüßen zu dürfen! Wir freuen uns auch schon alle, die im Mai bei der ersten Europawahl Ihres Landes zu wählenden Kollegen hier begrüßen zu dürfen.

Gemeinsam mit den bulgarischen Kollegen aus Kommission und Rat werden unsere neuen Kollegen an der Weiterentwicklung unseres Hauses Europa mitarbeiten.

Sehr geehrter Herr Präsident,

Dobre doshli na Balgaria i balgarskiya narod v Evropeiskiya sayuz! (Willkommen Bulgarien und das bulgarische Volk in der Europäischen Union!)

Herr Präsident Sie haben das Wort.

  • Veröffentlicht in: Reden

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