Hans-Gert Pöttering zum 50. Jahrestag der Gründung der EVP-Fraktion

Am 1. Juli 2003 feierte die EVP-ED-Fraktion im Europäischen Parlament in Strassburg ihr 50-jähriges Bestehen im Rahmen einer feierlichen Sitzung. Auf Einladung des Fraktionsvorsitzenden, Hans-Gert PÖTTERING, der die Sitzung mit einer Rede eröffnete, nahmen folgende Redner an dieser Sitzung teil: Ferdinando CASINI, Präsident des italienischen Abgeordnetenhauses; Mikuláš DZURINDA, Premierminister der Slowakei; Frau Loyola de PALACIO, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission; Jean-Pierre RAFFARIN, Premierminister Frankreichs; Helmut KOHL, deutscher Bundeskanzler a.D. und Wilfried MARTENS, belgischer Premierminister a.D. und Vorsitzender der EVP.

Der Fraktionsvorsitzende, Hans-Gert Pöttering, erinnerte nach Begrüßung der Gäste in seiner Rede an die Geschichte der Fraktion: Am 23. Juni 1953 wurde die Christlich-demokratische Fraktion der Versammlung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), des Vorläufers des Europäischen Parlaments, offiziell anerkannt. Damit begann die erfolgreiche Entwicklung der Fraktion der Christdemokraten, die 1978 in „Fraktion der Europäischen Volkspartei“ und 1999 in „Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten) und Europäischer Demokraten“ umbenannt wurde. Durch die von der Fraktion verfolgte Strategie der Öffnung und Integration konnte sie 1999 mit 233 Abgeordneten die führende Stellung im Europäischen Parlament übernehmen und stellt heute, einschließlich der 69 Beobachter aus den zehn neuen Mitgliedsländern, mit 302 Abgeordneten fast 40 % der Mitglieder des Parlaments. Sie ist damit die mit Abstand größte Fraktion im Parlament.

Mut und Grundsatztreue seien stets die beiden prägenden Begriffe der Fraktion gewesen. In allen zentralen Phasen der gemeinschaftlichen Entwicklung sei die Fraktion Inspirator und Garant einer kühnen und starken Vision gewesen. Auch in der Zukunft der Union der 25 werde noch viel Mut für die neuen Herausforderungen notwendig sein, sagte Pöttering vor den etwa 600 Teilnehmern der Feier. Nach dem Inkrafttreten der Europäischen Verfassung werden weitere Länder zur Europäischen Union hinzukommen. Die weltweiten Probleme des Terrorismus, der organisierten Kriminalität, der Instabilität des Ökosystems, der rasanten Entwicklung der Biotechnologie und viele andere Fragen werden viel Mut, Einfallsreichtum und Entschlossenheit benötigen, um die richtigen Antworten in Europa auf diese gewaltigen Herausforderungen zu geben.

Die Fraktion habe immer zur Gemeinschaftsmethode als Konzept der europäischen Integration gestanden, betonte Pöttering. Denn allein die Gemeinschaftsmethode, die das gemeinsame Interesse, eine ganzheitliche Vision vor Augen habe, ermögliche die Achtung des Rechts. Auch in Zukunft werde die Fraktion der Gemeinschaftsmethode treu bleiben und sich zum Prinzip der Subsidiarität bekennen. „Heimat, Vaterland und Europa sind kein Gegensatz, sondern gemeinsam Teil unserer politischen Identität“, erklärte Pöttering.

Weitere Informationen: Katrin Ruhrmann, GSM +32 475 49 33 57.

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