Rede von Hans-Gert Pöttering Vorsitzender der EVP-ED-Fraktion vor dem Europäischen Parlament am Dienstag, den 20. Juli 1999

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3. Wahl des Präsidenten

Pöttering (EVP). – Madame la Présidente, sehr verehrte Frau Präsidentin! Für die Fraktion der Europäischen Volkspartei möchte ich Sie, liebe Frau Präsidentin, sehr herzlich beglückwünschen! Ich tue dieses aber auch persönlich sehr gerne, weil wir seit 1984 vertrauensvoll und freundschaftlich hier im Europäischen Parlament zusammenarbeiten. Ich wünsche Ihnen, Frau Präsidentin, allen Erfolg, den Sie selber erwarten und sich wünschen, den wir alle uns wünschen für dieses Parlament.

Als Sie im Mai, in der letzten Sitzungswoche hier in Straßburg, den Vorsitz abgegeben haben, sagten Sie: „Ich schließe jetzt diese Sitzung. Es ist das letzte Mal, daß ich als Vizepräsidentin eine Sitzung hier geleitet habe!“ Da haben Sie – und das war für mich und für alle, die dabei waren, ein einmaliger Vorgang – großen Beifall bekommen, und alle sind aufgestanden, wie es sonst eigentlich nur bei Präsidenten der Fall ist. Deswegen können wir, wo immer wir hier im Haus stehen oder sitzen mögen, heute sagen: Wenn es politische Gerechtigkeit gibt, gerade auch hier in diesem Europäischen Parlament, dann ist diese politische Gerechtigkeit Wirklichkeit geworden mit der Wahl von Nicole Fontaine zur Präsidentin des Europäischen Parlaments!

Jean Monnet hat einmal gesagt: „Nichts ist möglich ohne die Menschen, nichts dauerhaft ohne Institution.“ Das Europäische Parlament ist einen weiten Weg gegangen von 1979 bis jetzt, und wir haben mit Nicole Fontaine die richtige Persönlichkeit, um die Kompetenzen, die Befugnisse und die Würde dieses Parlaments weiter in eine gute Zukunft zu tragen. Ich wünsche Nicole Fontaine alles Glück und viel Erfolg, und sie wird sich immer auf die stärkste Fraktion in diesem Hause verlassen können, die diesen Vorschlag unterbreitet hat, was ihre politische Pflicht und demokratisch notwendig war!

Ich möchte aber auch ein Wort des Respektes an Mário Soares richten. Er ist eine große Persönlichkeit aus Portugal, und, Herr Präsident Soares, Sie haben in den siebziger Jahren verhindert, daß Portugal von einer Diktatur in eine andere Diktatur überwechselte. Sie sind ein großer Staatsmann, ein großer Europäer, und wenn wir Sie auch nicht wählen konnten, so haben wir doch großen Respekt vor Ihnen!

(Lebhafter Beifall)

Heidi Hautala – Wir haben in den letzten Tagen schon gut zusammengearbeitet, und ein Ausdruck dieser guten Zusammenarbeit ist ja, daß Sie als Vorsitzende der Fraktion der Grünen hier in der ersten Reihe sitzen, genauso wie der Vorsitzende der Liberalen, Pat Cox. Lassen Sie uns weiter in diesem Geist der Offenheit und dieser Atmosphäre der Fairness die Arbeit leisten und uns trotz aller personalpolitischen Gegensätze heute – das ist in der Demokratie normal – an der Sache orientieren und die Einigung Europas vorantreiben! Dieses wünsche ich Ihnen, Frau Präsidentin, und uns allen!

(Beifall)

  • Veröffentlicht in: Reden

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