Wir über uns

 

von Christian Calderone:

Das Scheitern der Weimarer Republik, die Unrechtsherrschaft des Nationalsozialismus, Verfolgung und Widerstand, der Wahnsinn des Krieges, Zerstörung und maßloses Elend, Besatzungszeit – das ist der Erfahrungshorizont, aus dem die CDU als neue Partei in den Anfängen schon Ende 1946, in einem offiziellen Gründungsakt dann 1949 hervorgegangen ist. Zur Überraschung der Besatzungsbehörden, die von einem ähnlichen Parteienspektrum wie in der Weimarer Republik ausgingen, brachen in ganz Deutschland Bestrebungen auf eine neue bürgerliche auf einem christlichen Grundwertegefüge basierende Partei entstehen zu lassen. Es manifestierte sich in der neuen Bewegung beinahe einheitlich der Wille, durch die Überwindung der Konfessionsgrenzen eine neue demokratische und christliche Politik zu etablieren. Sowohl die materielle Not als auch die Suche nach sittlich-moralischen Fundamenten im Nachkriegsdeutschland ermöglichten erstmals ein gemeinsames politisches handeln breiter Bevölkerungsschichten mit christlich-demokratischer Orientierung. Die Union vereint – das ist auch im Artland so – Christen verschiedener Konfessionen und Demokraten, die nicht konfessionsgebunden sind und dennoch christliche Werte als Grundlage verantwortlicher Politik anerkennen.
Grundlage unserer Politik ist das christliche Verständnis vom Menschen und die daraus abgeleiteten Grundwerte Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit.

August Schmiemann, der spätere niedersächsische Wirtschaftsminister Karl Möller, Dr. Karl Weyerbrock, Hermann Budge und Franz Jesse gehörten zu den CDU Mitgliedern der ersten Tage in Quakenbrück. In der stolzen Burgmannstadt wurde anfangs ein Verband gegründet, der sich auch auf die Gemeinden Badbergen und Menslage erstreckte. Mit Vorsitzenden wie Karl Möller (1952-1966), Gerd Köster (1966-1969), Remmer Lemhuis (1969-1970) und Jan-Gerd Mack (1970-1975) gelang es der CDU schon frühzeitig eigene Akzente in Quakenbrück, Badbergen und Menslage zu setzen.
Zuvor, nämlich im Oktober 1946 kandidierte der Artländer Hermann Budge für den Kreistag in Bersenbrück und im April 1947 – beides vor Gründung des CDU-Verbandes – trat Dr. Carl Weyerbrock für den Niedersächsischen Landtag an.

1948 und damit noch ein Jahr vor der offiziellen Gründung der CDU-Quakenbrück zog der langjährige Bürgermeister von Borg, Dr. Arnold Laging in den Kreistag ein. Mit Dr. Laging wurde eine Persönlichkeit Vertreter des Artlandes auf Kreisebene, die bereits in Zeiten der Weimarer Republik kommunalpolitisch tätig war.
Dieses deckt sich jedoch mit den Erfahrungen auf Bundesebene, wo im August 1949 zwar ein neuer Bundestag gewählt, jedoch erst 1950 die Bundes-CDU unter Konrad Adenauer durch einen entsprechenden Beschluß der CDU-Landesvorsitzenden gegründet wurde. Trotz intensiver Nachforschungen in Quakenbrück in verschiedenen Archiven und Unterlagen der CDU bleibt allerdings vieles zur Gründung im Dunkeln…

Als 1979 dann die CDU-Ortsverbände in Badbergen und Menslage ins Leben gerufen wurden, trug die Partei damit der gewachsenen Mitgliederzahl Rechnung ! In Badbergen fochten die Vorsitzenden Werner Page (1979-1981), Rainhard Sudhaus (1981-1986), Günter Dinkelmann (1986-1994), Albrecht Bußmeyer (1994-1999) und seit 1999 Werner Liere-Netheler für das Wohl des Bürgers, oft auch in der Opposition. In Menslage prägten Gerd Varding (19979-1983), Klaus Husmann (1983-1995), Ulrich Sasse (1995-1998) und heute Max Eckelt als Vorsitzender die Entwicklung des Verbandes, dessen Mitgliederzahl sich in den gut 20 Jahren des Bestehens verdoppelt hat. In der Burgmannstadt setzten Günther Schuhriemen, Werner Quassowski, Hubert Greten, Hubert Schwertmann, Ludger Greten und Wolfgang Becker erfolgreiche CDU-Politik als Vorsitzende fort.
In Nortrup wurde 1946 eine eigenständige CDU gegründet! Dr. Karl Merten führte jahrelang die Geschicke dieses Verbandes, bevor 1968 Werner Quassowski und schließlich Josef Börger (1972-1982), Reinhold Giesecke (1982-1994), Heinrich Bergfeld (1994-2008), sowie ab 2008 Reiner Hülefeld die Funktion des Vorsitzenden übernahm. Seit 25 Jahren stellt die CDU in Nortrup den Bürgermeister – Zeichen für perspektivenreiche, bürgernahe Politik.

In den vergangenen 50 Jahren ihres politischen Bestehens hat die CDU die (politische) Entwicklung im Artland maßgeblich mitgestaltet. In den heutigen Tagen, wo es nicht primär um die programmatische Abgrenzung gegenüber dem politischen Gegner zu gehen scheint, sondern um die Bewältigung der immer vielschichtiger erscheinenen Tagespolitk ist es gleichwohl wichtig, die eigenen politischen Schwerpunkte klar zu formulieren: Politik gestalten heißt jetzt immer komplexere Fragestellungen mit immer weniger (finanziellen) Mitteln zu bewältigen. Dabei ist es für uns nicht egal, wohin die Reise geht. Vielmehr muß es immer wieder Ansporn für die Politik sein, die Herausforderungen der Zeit bestmöglich zu meistern, denn Handlungsobjekt ist der Mensch.

So möchte die CDU im Artland aus christlicher und demokratischer Verantwortung den Bürgerinnen und Bürgern dienen, an der politischen Willensbildung entscheidend mitwirken und politische Verantwortung tragen. In diesem Sinne ist die Partei offen für die Mitwirkung und Meinung vieler. Dieses breite Spektrum drückt sich auch aus in den Vereinigungen der CDU, der Frauen Union (FU), der Senioren Union (SU), der Jungen Union (JU), der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) und der Mittelstandsvereinigung (MIT).