Ziele festgelegt! Heimatverein Quakenbrück mit komplett neuem Vorstand!

Mit einem komplett neuen Vorstand und Renate Rengermann (vorne, Zweite von rechts) an der Spitze startet der Heimatverein Quakenbrück seine Arbeit. Zu den Gratulanten zählten auch Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe (links) und Bürgermeister Matthias Brüggemann (hinten rechts). Foto: Bockstiegel

noz 16.05.2017 Quakenbrück. Was ist eigentlich ein Heimatverein? Diese grundlegende Frage braucht sich der Heimatverein Quakenbrück nicht mehr zu stellen, denn gleichzeitig mit der Wahl eines komplett neuen Vorstandes unter dem Vorsitz von Renate Rengermann wurden in der Mitgliederversammlung auch klar die künftigen Ziele festgelegt. Es gilt, Schwerpunkte nicht nur auf die Erhaltung und Pflege des historischen Stadtbildes zu setzen, sondern auch auf die Erforschung und Publizierung der lokalen Geschichte und natürlich Veranstaltungen durchzuführen.

Der Begriff „Heimat“ verweist auf eine Beziehung zwischen Menschen und Raum, bezeichnet somit also keinen konkreten Ort, sondern schlichtweg Identifikation. Was kann nun im 21. Jahrhundert die Aufgabe eines Heimatvereins sein? Als 1909 einer der Vorgänger des heutigen Heimatvereins Quakenbrück als „Verschönerungsverein“ aus der Taufe gehoben wurde, gab es ein klares Verständnis von Heimat und deren Bewahrung: „Schon damals stand die Pflege des Stadtbildes ganz obenan“, so der kommissarische Vereinsvorsitzende Heinrich Böning.

1928 erfolgte eine „Wiederbelebung“ als „Verschönerungs- und Verkehrsverein“ mit Schwerpunkt auf der Fremdenverkehrswerbung und Herausgabe des ersten Werbe-Stadtprospektes.

Als 1950 die Neugründung als „Verkehrs- und Heimatverein der Stadt Quakenbrück“ erfolgte, wurde statutengemäß der amtierende Bürgermeister kraft Amtes auch Vorsitzender. Die Vereinsarbeit ist dann über Jahrzehnte in den Ausschüssen Heimatpflege, Kulturring und Museum geleistet worden, und das bis zur Neugründung des heutigen Heimatvereins Quakenbrück im Jahre 2012.

Unter dem Vorsitz von Thomas Schneithorst entwickelten sich zwar bereits etliche Aktivitäten, doch nachdem dieser bereits knapp zwei Jahre später zurückgetreten war, kochte die Vereinsarbeit lediglich „auf Sparflamme“. Indessen konnte im vergangenen Jahr die von Renate Rengermann erarbeitete „Stolperstein“-Broschüre herausgegeben werden, und es fanden Radtouren sowie gut besuchte plattdeutsche Abende statt.

Fortschritt und Bewahrung des Heimatgedankens in ausgeglichenem, doch durchaus kritischem Miteinander, das sind die Herausforderungen, die für den Heimatverein Quakenbrück in die Zukunft weisen und neue Forschungsfelder eröffnen. Die jetzt abgehaltene Mitgliederversammlung stimmt in dieser Hinsicht optimistisch, denn mit der Wahl von Renate Rengermann konnte eine schon im Vorfeld rührige Vereinsvorsitzende gewonnen werden. Ihr stehen Dorothee Felstermann als stellvertretende Vorsitzende und Theo Thoben als zweiter stellvertretender Vorsitzender zur Seite. Kassenwartin ist Karin Eicker und Schriftführerin Claudia Wüst. Als Beisitzer fungieren Heinrich Böning und Heiko Bockstiegel. Kassenpüfer sind Jürgen Wielage und Klaus Siegmann. Peter Hohnhorst wird dem Vorstand als beratendes Mitglied seitens der Stadtverwaltung zur Verfügung stehen.

Der Heimatverein Quakenbrück ist Mitglied des Kreisheimatbundes Bersenbrück und des Wiehengebirgsverbandes und freut sich über ehrenamtliche Unterstützung in jeglicher Form, denn diese ist zur Bewältigung künftiger Aufgaben unentbehrlich. Das betonte auch Renate Rengermann, denn: „Wenn etwas wachsen will, braucht es dazu Wurzeln“. Erhaltung und Verschönerung der Stadt stehen nach wie vor ganz oben auf der Agenda.

Samtgemeindebürgermeister Claus Peter Poppe sah in der Neuformierung des Heimatvereins eine „hochkarätige Veranstaltung“, und Bürgermeister Matthias Brüggemann trat mit dem Bemerken, dass der Verein „vor großen Aufgaben“ stehe, diesem spontan als neues Mitglied bei.

Schon jetzt steht fest, dass es wieder Auszeichnungen mit der Plakette für gelungenen Denkmalschutz geben wird. Hier arbeiten Stadt und Heimatverein eng zusammen. Auch soll darauf hingearbeitet werden, in der Sommerzeit die Kirchen für Besucher tagsüber offen zu halten und die Hohe Pforte zu bestimmten Anlässen zu öffnen.

Aktuell ist der neu konstituierte Heimatverein involviert in den 98. Niedersachsentag des Niedersächsischen Heimatbundes, der am 19. und 20. Mai im Artland stattfindet und auch die Bedeutung von Umbrüchen und Kontinuitäten für die Heimat und unsere Gesellschaft thematisieren wird.

Mit der Kamera durch die City! Stadtführung durch Quakenbrück bald auf DVD!

Quakenbrücker Stadtgeschichte visuell und detailliert festzuhalten war Ziel einer Filmdokumentation des Mediendienstes der Evangelischen Jugend Bramsche. Mit Heinrich Böning stand dabei ein Fachmann vor der Kamera. Foto: Heiko Bockstiegel

noz 15.05.2017 Quakenbrück. Er ist ein Mann mit enzyklopädischem Wissen um Heimat- und Regionalgeschichte und jemand, der sich mit Akribie seiner Artländer Heimat verschrieben hat. Für die Quakenbrücker Stadtgeschichte ist Heinrich Böning sicherlich der beste Kenner.

Grund genug also, dieses Wissen professionell filmdokumentarisch festhalten zu lassen. Der Verein zur Förderung des Stadtmuseums hatte seit langer Zeit die Idee verfolgt, den jahrzehntelang erfahrenen Stadt- und Artland-Gästeführer für ein Projekt zu gewinnen, das auch nachfolgenden Generationen vermitteln soll, was Quakenbrücker Stadtgeschichte ausmacht.

Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass der Förderverein nicht nur das Stadtmuseum, sondern auch stadtgeschichtliche und heimatkundliche Belange unterstützt. „Natürlich ist ein solches Unternehmen mit Kosten verbunden. Aber wir sind überzeugt, dass die Mitgliedsbeiträge auch dafür sinnvoll angelegt sind“, erläuterte Vorsitzender Peter Hohnhorst.

Vielen Quakenbrückern ist es sicherlich nicht entgangen, dass dieser Tage ein Filmteam des Mediendienstes der Evangelischen Jugend mit Heinrich Böning in den Straßen und Gassen unterwegs war, um eine detaillierte Stadtführung filmisch festzuhalten und das Ergebnis demnächst auf DVD zu veröffentlichen.

Unter der filmtechnischen Leitung von Kameramann und Mediengestalter Kai-Fabien Rolf und gemeinsam mit Tontechniker Marco Könemann waren zwei Tage anberaumt, um der Stadtgeschichte sozusagen „von Grund auf“ nachzuspüren, und das bis ins kleinste Detail und mit modernstem technischen Equipment.

Stationen auf dem Weg durch das historische Quakenbrück waren unter anderem die umfangreichen Ausstellungen im Stadtmuseum, die St.-Marien-Kirche, die St.-Sylvester-Kirche und das Rathaus. Um störende Einflüsse, etwa von vorbeifahrenden Autos, zu vermeiden, wurden die Aufnahmen insbesondere für das Thema „Fachwerk“ und anderer wichtiger Gebäude sowie weitere touristische Highlights in die frühen Morgenstunden gelegt.

Der Mediendienst der Evangelischen Jugend Bramsche ist bekannt für subtile Filmprojekte. So wurde beispielsweise anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 eine einzigartige Reportage mit dem Titel „Was von der inzwischen fast 500 Jahre vergangenen Reformation geblieben ist“ produziert. Das Team, zu dem in diesem Fall auch Superintendent Hans Hentschel gehörte, war dabei mit einer ein Meter hohen Martin-Luther-Figur unterwegs und der Fragestellung, wer dieser bedeutende Mann war und was er heute noch für uns ist.
Wissen preisgegeben

Ganz anders nun die Themenstellung in Quakenbrück. Hier stand ein Fachmann in Sachen Stadtgeschichte vor der Kamera, um mehr oder weniger improvisiert sein Wissen über die Burgmann- und Hansestadt wahrhaftig „preiszugeben“. Denn Stadtgeschichte erlebbar zu machen und Geschichten zu erzählen, das war Hauptanliegen des Filmprojektes.

Dass dabei zum Teil erstaunliche Erkenntnisse zutage kamen, versteht sich von selbst. Vor allem aber erwies sich bei dieser außergewöhnlichen Gelegenheit einmal mehr, wie versiert Heinrich Böning speziell in Sachen Baugeschichte ist. Auf das Endergebnis der Produktion darf also mit Spannung gewartet werden.